OCCR-Forscher Patrick Kallabis, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klimatologie-Gruppe, hat für sein Projekt myurbanclimate einen UniBE-Inno-Grant erhalten. Dabei handelt es sich um ein webbasiertes Planungstool für standardisierte städtische Temperaturmessnetze. Myurbanclimate war eines von nur neun Projekten, die aus 43 Einreichungen ausgewählt wurden.
Schweizer Städte sind aufgrund dichter Bebauung und geringer Vegetation deutlich wärmer als ihr Umland. «Diese erhöhten Temperaturen bergen erhebliche Gesundheitsrisiken, insbesondere für gefährdete Personen», erklärt Patrick. «Temperaturmessnetze helfen Städten, Hitze-Hotspots zu identifizieren und zu beobachten. Jedoch erfordern die Planung und der Aufbau solcher Messnetze Fachwissen, über das die meisten Gemeinden nicht verfügen.» myurbanclimate automatisiert diesen Prozess: Nutzende markieren ein Gebiet auf einer Karte; die App berechnet daraufhin die optimale Anzahl an Sensoren und deren Platzierung, erstellt einen Wartungsplan und generiert standardisierte Berichte. Laut Patrick optimiert das Tool auf diese Weise die Platzierung der Sensoren, sodass Städte und Gemeinden ihre Messnetze verkleinern können, ohne die Abdeckung zu beeinträchtigen. Dadurch werden Temperaturmessungen für Gemeindeverwaltungen und Stadtplanerinnen und -planer in der ganzen Schweiz zugänglich und erschwinglich.
Der nächste Schritt besteht darin, den Algorithmus der App weiter zu verfeinern und mit lokalen Verwaltungen zusammenzuarbeiten, die daran interessiert sind, myurbanclimate unter realen Bedingungen zu testen.
Mit dem UniBE Inno Grant unterstützt die Universität Bern Forschungsprojekte, die Ideen vorantreiben, validieren und zu innovativen Produkten oder Dienstleistungen weiterentwickeln.. Jedes ausgewählte Projekt erhält eine Förderung in Höhe von 10'000 Franken.