Dass das Thema Stadtklima nach dem Hitzesommer 2026 zieht, war zu erwarten – der Andrang, den die Tagung «Beat the Heat 2026» auslöste, war dennoch beachtlich: Gut 120 Personen fanden sich am 9. September an der Universität Bern ein, um die Herausforderungen der städtischen Hitze anzugehen. Der Anlass zog neben Studierenden und Forschenden auch Vertreterinnen und Vertreter des neuen nationalen Forschungsschwerpunkts NCCR Clim+ und der Praxis an.
In Keynotes, Fachreferaten und Workshops loteten die Teilnehmenden unter anderem aus, wie sich vulnerable Bevölkerungsgruppen besser vor den Auswirkungen der Hitze schützen liessen oder wie man die städtische Infrastruktur klimaresistenter gestalten könnte. Diskutiert wurde zum Beispiel das Konzept der Superblocks: vielfältig nutzbare, verkehrsberuhigte und begrünte Quartierstrassen – immer möglichst unter Miteinbezug der lokalen Bevölkerung gestaltet. Die Superblock-Idee stammt aus Barcelona und wird hierzulande unter anderem in Bern und Basel getestet.
«Der fruchtbare Austausch zwischen Forschung und Praxis bildet den Grundgedanken von Beat the Heat», sagt Organisator Moritz Gubler, Forscher in der Klimatologie-Gruppe des OCCR. «Unser Ziel ist, Stadtadministrationen, politischen Entscheidungsträgern und Planungsbüros möglichst konkrete Instrumente mitgeben zu können, um Städte im Zeitalter des Klimawandels lebenswert zu gestalten.» Der vergangene Hitzesommer habe allen Beteiligten einmal mehr vor Augen geführt, wie dringlich dieses Unterfangen sei.
Zwei Poster gewinnen Preise
Ein besonderes Highlight von Beat the Heat war der Poster-Wettbewerb: Im Foyer des Uni-Standorts Unitobler stellten Angehörige verschiedener Hochschulen und Praxisakteurinnen und -akteure insgesamt 31 Poster zu diversen Aspekten der Hitzeforschung aus. Eine Jury bestehend aus erfahrenen Wissenschaftlern und Vertreterinnen der Städte kürte zum Schluss der Konferenz die zwei besten Plakate:
- Participatory Approach of (Thermal) Comfort: Three case Studies in Switzerland (Floriane Gabriel, Anja Netzle und Loris Goldschmid; Universität Bern)
- Science Based Simulations for Climate-Adapted Planning – A Case Study of Bern's Gaswerkareal (Andreas Wicki; GEO Partner AG)
Beide Plakate wurden mit von der Mobiliar Versicherung gesponserten Preisen dotiert.