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Medienecho

Tages-Anzeiger, 15. März 2011

Tropfsteine zeugen von Sintfluten im Schwarzen Meer

Das Schwarze Meer war lange ein vom Mittelmeer isolierter Süsswassersee. In den letzten 670'000 Jahren kam es aber laut einer Berner Studie rund ein Dutzend Mal zu gewaltigen Meerwasser-Einflüssen. Solche Wassereinbrüche könnten die historische Basis sein für die biblische Geschichte der Sintflut. Um die Vorgänge zu rekonstruieren, nutzte das Team um Dominik Fleitmann vom Institut für Geologie der Universität Bern und vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung ein ungewöhnliches geologisches Archiv: Tropfsteine aus einer Höhle. Die Zusammensetzung der Sauerstoffisotope der Steine gibt Hinweise auf das Regenwasser in der Vergangenheit, denn dieses wird in den Tropfsteinen versteinert. Die Niederschläge wiederum werden beeinflusst von der Wasserverdunstung des Meers. So lässt sich anhand der Tropfsteine feststellen, wann das Meerwasser eher salzig und wann es süss war, wie die Forscher im Fachmagazin «Nature Geoscience» schreiben. Es sei erstaunlich, wie oft sich der Zustand des Schwarzen Meeres verändert habe, meint Fleitmann. Die Rekonstruktionen zeigten, dass mindestens zwölfmal Mittelmeerwasser eingebrochen sei und mindestens siebenmal eine Verbindung zum Kaspischen Meer bestanden habe. (SDA)

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